Wissen und Geheimnis: Für Inge Urbanitsch vereint der Wein der Steiermark beides in sich.  Zu Besuch bei der Weinspezialistin und -genießerin in der Gesamtsteirischen Vinothek in St. Anna am Aigen.

Inge Urbanitsch, die zusammen mit ihrem Team mehr als 120 der besten Tropfen der Steiermark präsentiert, gewährt Einblick in das Weinland Steiermark.  In unserem Wein-ABC werden häufige Fragen und Definition erklärt.

Gesamtsteirische Vinothek_St.Anna am Aigen_Steiermark

© Edgar Strasser

Wein-ABC

Steirischer Junker. Ist eine geschützte Marke, hinter der mehr als 250 steirische Winzer stehen. Der Junker ist jeweils der erste Wein vom jeweiligen Jahrgang. Er schmeckt immer leicht, frisch und fruchtig. Zu trinken gibt es ihn übrigens immer ab Mittwoch vor Martini.

Klöcher Traminer. Dieser Wein mit dem Duft der Rose stammt, wie auch der Name sagt, aus der Gemeinde Klöch in der Südoststeiermark. „Klöcher Traminer“ ist eine Schutzmarke, unter der 18 Weinbauern aus dem Thermenland Steiermark ihre Weine ausbauen.

Sturm. Ist ein gärender Wein, der kurz nach der Weinlese im Herbst meist in Verbindung mit Kastanien getrunken wird. Es gibt ihn in Rot, Weiß und als Schilcher. Es gibt ihn nur kurz zu genießen – ausgeschenkt werden darf er vom 1. August bis 31. Dezember des Erntejahres.

Heckenklescher. Ist die steirische Definition für einen Hauswein, der aus der unveredelten Rebsorten der Direktträger (Hybriden) gewonnen wird. Kein Qualitätswein!

Rebsorten. Viele Weine führen mehrere Namen. Im steirischen Verwirrspiel versteckt sich beispielsweise hinter dem Morillon ein Chardonnay, hinter dem Ruländer ein Grauer Burgunder.

Schilcher. Schilcher wird aus der Traubensorte „Blauer Wildbacher“ gewonnen und darf nur in der Steiermark diese Bezeichnung führen. Der Anbau der schon in den ältesten Wein- und Kellerbüchern erwähnten Sorte erfolgt vor allem in der Weststeiermark. Der Name leitet sich von der schillernden, hellroten Farbe her („schilchern“ = schillern).

Qualitätsstufen. Der steirische Wein wird in zwölf verschiedene Qualitäten eingeteilt. Reben für Qualitätswein müssen in Österreich vor der Lese mind. 15 KMW aufweisen („Klosterneuburger Mostwaage“ misst in Österreich das Mostgewicht der Trauben. Grad KMW bedeutet Gramm Zucker je 100 Gramm unvergorener Most.).

Trocken oder süß? Trockene Weine haben einen Restzuckergehalt von max. 9 g/l, wobei der Säuregehalt höchstens 2 g/l niedriger sein darf. Halbtrocken reicht von 9 bis 12 g/l, lieblich von 12 bis 45 g/l. Alles darüber ist süß.

Temperaturen. Eine Faustregel besagt: je leichter der Wein, desto kühler. Trockene Weißweine werden bei 8–10° serviert. Rotweine schmecken am besten bei Kellertemperatur (16–18°). Achtung! Zimmertemperatur ist hier meist zu hoch!

Duft. Wie kommt der Hollerduft in den Muskateller? Das Duftbild eines Weines ist in der Sorte grundgelegt. Lage, Witterung und Vinifikation fördern die Ausprägung. Düfte und Aromen werden als Vergleiche zur Weinbeschreibung verwendet. Im Wein selbst ist nichts als Wein!

Lieblingszitat? In Abwandlung von Salvador Dalí sage ich gern: „Wer genießen kann, der trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse – der Steiermark“.

 

Vinothek St. Anna am Aigen_Thermenland

© Thermenland Steiermark

Ein besonderes Platzerl

Weit reicht der Blick von der Gesamtsteirischen Vinothek in St. Anna/Aigen (GenussCard-Partner!), weit auch das Spektrum der verschiedenen Weine. Ein wesentliche Eigenschaft haben sie alle gemeinsam: Sie sind die Besten. Die besten Tropfen der Steiermark. Platz nehmen am blauen Tisch auf der Terrasse, ein Gläschen Morillon, kosten, genießen und zuhören. Die Hausherrin plaudert gerne, teilt ihren reichen Schatz mit ihren Gästen. Endlich angekommen, Zufriedenheit, ein warmes Gefühl, willkommen zu sein. Zwischen den Gläschen ein Blick in die Landschaft, dorthin, wo die Reben noch im Saft stehen, reifen und auf die Lese warten. Wohl einer der besten Plätze, steirischen Wein zu genießen.

www.gesamtsteirische-vinothek.at

 

 

© Text: Echt*Zeit Magazin des Thermenland Steiermark