Geothermie – die Nutzung der Hitze der Erde: Auch Thermen setzen auf diese innovative Energiequelle und auf emissionsfreies Heizen. Damit sorgen die heißen Quellen auch für gute Luft.

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THERME LOIPERSDORF: Loslassen – auch von Treibhausgasen. © Therme Loipersdorf

In Einklang mit der Natur und ihren Ressourcen zu leben, wird für die Thermen immer mehr zum Thema. Auch die Therme Loipersdorf schaut hin. Sie hat 2014 erstmals und als erste Therme Österreichs das Umweltbundesamt damit beauftragt, eine Treibhausgasbilanz für sie zu ermitteln. Die Berechnungen zeigen, dass die Therme jetzt schon gut abschneidet, wenngleich der Wert der Treibhausgas-Emissionen pro Jahr noch bei 4.607 Tonnen liegt. Zustande kommt dieser Wert durch viele Faktoren, am meisten ins Gewicht fällt jedoch der Strombedarf (59 Prozent), der sich auf 11,5 Gigawattstunden pro Jahr beläuft, was dem Verbrauch von rund 3.000 Haushalten entspricht. Weitere 25 Prozent entstehen durch die Wärmeversorgung. „Auch wenn es utopisch klingt: Wir wollen unsere Treibhausgasbilanz gegen null reduzieren und bis 2020 klimaneutral sein“, erklärt der Geschäftsführer der Therme Loipersdorf, Wolfgang Wieser. Und guten Boden für die Trendwende gibt es, denn unter der Erde existiert jede Menge hitziges Wasser. Auch die nahe Stadt Fürstenfeld nutzt die heißen Quellen bereits zur Speisung des Nahwärmenetzes. Eine Führung durch die Geothermieanlage macht das auch für Besucher einsehbar.

www.therme.at

 

Heiltherme Bad Waltersdorf_Kaskaden_Geothermie_Steiermark

HEILTHERME BAD WALTERSDORF: heizt zur Gänze emissionsfrei. © Heiltherme Bad Waltersdorf

Ein Pionier ist auch Bad Waltersdorf, wo bereits 1981 die erste Geothermie-Heizung Österreichs in Betrieb ging. 2014 macht eine neue, mit dem Energy Globe Styria Award 2014 (2. Platz) ausgezeichnete Schwallwasserheizung von sich reden. „Diese Anlage reduziert die CO2-Emissionen nachweislich um 261 Tonnen pro Jahr und hat die Heiltherme Bad Waltersdorf zur ersten emissionsfreien Therme Europas gemacht“, sagt deren Geschäftsführer Gernot Deutsch. Umgesetzt werden sämtliche Schritte in Richtung nachhaltiges Wirtschaften mit dem österreichischen Experten für alternative Energie, Rudolf Ingo Sonnek. Das System hinter diesem Erfolg ist eine mehrstufige – kaskadenartige – Nutzung der Wärme des Wassers, das hier mit einer Temperatur von 62 bis 64 °C aus 1400 Meter Tiefe gefördert wird. In einer ersten Stufe nutzt es die OTVG (Oststeirische Thermalwasserverwertung GmbH) als Fernwärme, danach fließt das Thermalwasser mit rund 48 °C in die Heiltherme über. Und hier geht es in verschiedenen Temperaturstufen weiter – bis sich der Kreislauf bei 25 bis 30 °C, der letzten Stufe der Nutzung des Schwallwassers, dank der neuen Energiezentrale zu schließen beginnt. Das auf rund 15 °C abgekühlte saubere Wasser fließt schließlich in den Safenbach und damit in die Natur zurück.

www.heiltherme.at

 

Rogner Bad Blumau® Hundertwasser Architekturprojekt

ROGNER BAD BLUMAU: ein Pionier in Sachen Umweltschutz. © Rogner Bad Blumau

Im Rogner Bad Blumau werden die Heilquellen (die Vulkania®-Heilquelle ist die gehaltvollste in der Region und die heißeste in ganz Mitteleuropa ) nicht nur zum Baden, sondern auch zur Erzeugung von Strom genutzt. Im Osten von Bad Blumau steht eine einzigartige Anlage, in der aus einer Bohrung innovativ Strom, Wärme und natürliches CO2 aus dem Erdmantel gewonnen werden. Aus der heißen Quelle wird Dampf erzeugt, der eine Turbine antreibt, mit der wiederum ein Generator betrieben wird. So werden in einer Stunde rund 190 kW Strom produziert. Seit rund 15 Jahren wird auch die gesamte Anlage (Hotel, Becken etc.) geothermisch versorgt. „Nach der Stromerzeugung hat das Heilwasser noch immer 85 °C, das reicht aus, um die gesamte Anlage des Rogner Bad Blumau damit zu beheizen“, freut sich Melanie Franke, die Direktorin des Hauses. Durch diese Art der Beheizung werden der Umwelt 4.500 Tonnen Treibhausgase erspart.

www.blumau.com

 

Copyright_Parktherme Bad Radkersburg_Harald Eisenberger_Vitalbecken

PARKTHERME BAD RADKERSBURG: schonungsvoller Umgang mit Ressourcen. © Parktherme Bad Radkersburg

Auch die Parktherme Bad Radkersburg ist bewandert darin, ihren Bodenschatz geothermisch zu nutzen. Seit den 70er-Jahren sprudelt hier aus zwei Kilometer Tiefe eine heiße und sehr mineralstoffreiche Quelle mit eigener Kraft an die Erdoberfläche. Seit damals dient die Thermalquelle, abgekühlt auf für den Badenden angenehme 34 bis 36 Grad, zur Rehabilitation und Revitalisierung. Die Quelltemperatur der heilsamen Fluten liegt allerdings bei 80 Grad Celsius: Die überschüssige Wärme ist jene natürliche Ressource, die umfassend ökologisch genutzt wird. „Konkret temperieren wir in der Parktherme das 50-Meter-Sportbecken sowie die gesamte Heizluft und den Warmwasserverbrauch mit dieser überschüssigen Wärme auf 25 Grad. Aber nicht nur die Parktherme selbst, auch die umliegenden Hotels im Kur- und Thermenviertel werden mit der Energie aus unserem Thermalwasser geothermisch versorgt“, erzählt der Geschäftsführer Siegfried Feldbaumer.

www.parktherme.at

 

 

© Text: Echt*Zeit Magazin des Thermenland Steiermark