Geologische Einblicke in die Vergangenheit des Thermen- & Vulkanlandes und die saftigen Traminer säumen den Weg von Kapfenstein nach Klöch – folgt uns zu Geheimtipps, den TAU-Weg und sogar eine Königin wartet …

Wie das Thermen- & Vulkanland zu seinem Namen kam, erkundet man am besten in der Gemeindestube von Kapfenstein. Denn hier befindet sich mit der Geo-Info Kapfenstein der Ausgangspunkt zu den geologisch markanten Punkten der Südoststeiermark.

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Oftmals trifft man in der Südoststeiermark auch auf Muschelkalkböden. Früher war hier einmal ein Meer. Die Kalkablagerungen begünstigen die Burgundersorten. © Verein Winzer Vulkanland

Wie aus der Lava-Glut die heute mächtigen Basalt-Stöcke wurden, der Ascheregen sich in den Tuff verwandelte und woher der „Olivin“ stammt, wird anhand der Fossilien und Funde aus der Sammlung Arthur Winkler-Hermadens nachvollziehbar. Auf den vulkanischen Böden wächst heute Köstliches und in der Bio-Gärtnerei Wagner hat diese Vielfalt eine Heimat gefunden, die nicht nur Gärtnerherzen höherschlagen lässt: Kräuterparadies und Schaugarten zugleich ist der Betrieb in Gutendorf.

Sandstein samt Kaffee

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Der Familienbetrieb besteht seit 1893 und wird bereits in dritter Generation behutsam und mit viel Liebe zur Region und Natur bewirtschaftet. © Verein Winzer Vulkanland

Zu den Kräuter-Kreationen gehört auch ein Wein. Der findet sich zum Beispiel im nahen St. Anna am Aigen. Karin und Rupert Ulrich pflegen, unterstützt von Junior David, das südoststeirische Sortiment.

Tipp: Am Samstag, 26. August 2017 findet das Eruptionsfest am Weingut Ulrich statt.

Burgundersorten sind eine Spezialität von ihnen und auch erste Versuche mit PIWI-Reben sind am Laufen. Selbst wenn es kein Wein sein sollte, zahlt sich der Weg zum Weinhof aus: Unmittelbar daneben verläuft der „Weinweg der Sinne“ und die Aussichtsplattform lockt zu weiteren Erkundungen.

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Die Jugend am Weingut Fischer beschäftigt sich mit großer Begeisterung, Ehrgeiz und vollem Engagement mit Wein. © Verein Winzer Vulkanland

Diese könnten dann zum Sandstein-Gewölbe von Claudia, Klaus und Bernhard Fischer führen. Das junge Geschwister-Trio will Wein für die junge Generation machen; da kann schon einmal der ideale Tropfen zur Pizza gesucht werden. Noch mehr Wein aus der Steiermark gibt es dann in der Gesamtsteirischen Vinothek. Was nach einer kleinen Weinsammlung klingt, bietet aber allein an der „Langen Tafel“ Platz für 80 Personen.

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Unterhalb der Gesamtsteirischen Vinothek hat sich Gewaltiges getan: In den Hang wurde die „Lange Tafel“ hineingebaut, eine Eventlocation der Superlative. © Fritz Vrecar

Gusto auf die Verkostungen hier holt man sich einfach beim Flanieren durch den Patenschaft-Weingarten. Die „Unterlage“ für die Wein-Proben liefert ein Neuzugang in der Marktgemeinde, der Gourmetheurige Edelbauer. Im Vorjahr von Madeleine und Markus Fortmüller eröffnet, sorgen das eigene Brot und die Wollschwein-Spezialitäten für kulinarischen Genuss.

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Edle Brände & feinen Essig direkt am „Weinweg der Sinne“ beim „Bergler“. © Steiermark Tourismus, ikarus.cc

Der Wein mag das Aushängeschild von St. Anna sein, doch auch die Streuobstwiesen sorgen für vielfältigen Genuss. Anna-Maria und Josef Puff kümmern sich nicht nur um den Erhalt dieser Obstbäume, sie stehen auch in der Tradition der Bergler, wie man früher die Selbstversorger-Höfe nannte. Daher gibt es nicht nur Edelbrände (20 Sorten!) und Liköre, sondern auch Fruchtessige.

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Warum nicht, sagten sie sich und begannen sich mit dem Thema Kaffee intensiv zu beschäftigen. © Kaffeerösterei Maitz, Bernhard Bergmann

Und weil zum Schnapserl auch ein Kaffee gehört, stehen in der Kafferösterei Maitz auch zwei Varianten zur Auswahl. Aleksandra Piecak-Maitz röstet einen 100%igen Robusta, aber auch eine Robusta-Arabica-Mischung. Während der köstliche Geruch des Kaffees aus dem Röster kommt, kann man in Ruhe die Landschaft rund um Frutten-Gießelsdorf genießen.

Vielfalt pur

Schnell gelangt man nach Tieschen, wo sich das Winzerhotel Kolleritsch befindet. Am Teich werden gerne Hochzeiten veranstaltet, schließlich richtet Isabella Kolleritsch leidenschaftlich gerne Braut-Gesellschaften aus. Gerald Kolleritsch sorgt für die passenden Edel-Tropfen. Doch auch ohne Trauung lässt sich hier – zwischen Sonntagsbrunch und Liegestuhl am Teich – der Aufenthalt genießen. Nicht weit entfernt hat Ehrenfried Bischof seine Weingärten am Patzenberg. 18 Rebsorten, darunter ein kräftiger Shiraz-Barrique warten. Die Bischof-Weine lassen sich aber auch in Halbenrain in der Dorfschenke Pölzl genießen. Gattin Christine führt diese Genussquelle, rund fünf Kilometer von der Parktherme Bad Radkersburg entfernt.

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Mit dem Tau – Weg der Riede wurde ein Weinwanderweg durch die vier großen Weinlagen in der Gemeinde Tieschen angelegt. © Verein Winzer Vulkanland

Apropos Weg: Der TAU-Weg führt zu Eva und Karl Thurner-Seebacher die einen zwei Hektar großen Weinbaubetrieb führen. Der Riesling-Liebhaber (die Sorte wird u. a. als Sekt angeboten) unterrichtet auch an der Weinbau-Fachschule Silberberg und gibt gerne sein Wissen an Gäste weiter. „Burgundersorten passen am besten hierher, aber auch Rotweine werden wichtiger“, so sein Credo.

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Die vielfach ausgezeichneten Klöcher Traminer wachsen auf den Vulkangesteinsböden der großen Lagen von Klöch. © Thermenland Steiermark, Harald Eisenberger

Der Traminer wiederum hat seine Hochburg in Klöch. Hier kümmern sich Familien-Betriebe wie der Weinhof Tomaschitz um die Sorte mit dem Rosenduft. Vater Walter und die beiden Töchter bieten im Haus Am Kranzler drei Traminer-Varianten an, dazu auch köstliches Kürbiskernöl.

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Der „Heurige“ mitten in Klöch, genauer gesagt in Pirchweingarten. © Tourismusverband Region Bad Radkersburg, Christian Contola

Der Genuss liegt der Familie am Herzen, seit 2016 führt Tochter Bettina Tomaschitz gemeinsam mit ihrem Freund Thomas Urbanitsch das Gustoplatzl gegenüber vom Klöcher Golfplatz: Vegane Jause? Geräucherte Forelle? Alles ist möglich in diesem modernen Genussort. Noch mehr Traminer, aber auch alle anderen Weine der Region bietet die Vinothek Klöch – der perfekte Einstieg in die besondere Weinwelt der Weinbauregion Vulkanland Steiermark!

Kunst und Käferbohnen

Veronika und Alfred Klöckl vermieten Winzerzimmer mit einem besonderen Extra: Als Leiterin des Klöcher Instituts für Heilmassage bietet die Zimmerwirtin selbst Massagen an.

Wandern auf der Wanderroute "Vom Gletscher zum Wein" in Klöch,

Der Klöcher Traminerweg führt auf einem Rundweg durch die Marktgemeinde Klöch und kann auch in zwei Etappen erwandert werden. © Steiermark Tourismus, ikarus.cc

Wanderer sind bei Alfred Klöckl gut aufgehoben, denn der Traminer-Fan weiß alles über die verschiedenen Routen, sei es der Geomantie-Wanderweg oder der Klöcher Traminerweg. Und selbst Kunstfans haben in Klöch ihre eigene Adresse: Bei Gerhard Guttmann kann man nämlich nicht nur Aquarelle, Acryl- und Ölbilder oder Skulpturen bewundern, sondern auch eine der beiden Selbstversorger-Wohnungen mieten.

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Eintauchen in die „bohnbastische“ Welt der Steirischen Käferbohne! © Verein Winzer Vulkanland

Von hier aus braucht man keine Viertelstunde zur Parktherme Bad Radkersburg, dem Wellness-Mittelpunkt im Süden. Nicht weit von der Therme, in Dietzen, residiert mit Michaela Summer die coole Käferbohnenkönigin. Gegrüßt wird mit „Bohn’ Jour“ beim Bäcksteffl, wo man im Käferbohnen-Kabinett alles über die steirische Spezialität erfährt.  Und wer sich in Bad Radkersburg von uns verabschieden muss, kann sich noch in der Urbani-Vinothek in der Langgasse mit Köstlichkeiten eindecken. Denn auch zu Hause sollte man nie ohne ein genussvolles Stück aus dem Thermen- & Vulkanland Steiermark sein müssen!

 

 

© Text: Verein Winzer Vulkanland