Bewegen, baden, entspannen: Welche sind die optimalen Strategien zur Stressreduktion – und für wen? Die MedUni Graz hat es in einer Studie herausgefunden.

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© Parktherme Bad Radkersburg

Unser Tipp: Das „echt.gsunde“ Thermalwasser ist die sprudelnde Energiequelle im Thermenland Steiermark und steht von Jänner bis März im Mittelpunkt der ThermalWasserWochen.

Sie erinnern sich vielleicht an die Studie aus dem Jahr 2010, die sich der Frage widmete, wie sehr ein 25-minütiges Bad in steirischem Thermalwasser die Stressbelastung eines Menschen beeinflusst? Die Ergebnisse sind durch die heimischen Medien gegangen: Ein Thermalbad als Intervention bei Alltagsstress erwies sich im Rahmen des gewählten Studiendesigns als insgesamt wirkungsvoller als eine der bekanntesten und anerkanntesten Entspannungsmethoden, nämlich die Progressive Muskelrelaxation. Unter der Leitung von Dr. Babak Bahadori und Dr. Christian Fazekas, dem stv. Leiter der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, haben die Wissenschafter (Projektleitung der 2. Studie: Dr. Franziska Matzer) in einer Studie, die in der Therme Loipersdorf durchgeführt wurde, herausgearbeitet, dass sich beim Baden neben körperlichen Stressindikatoren wie dem Kortisolgehalt im Speichel vor allem die psychisch empfundene Anspannung reduziert.

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Sich erden. Am meisten „profitieren“ hoch gestresste Menschen von einem Bad im Thermalwasser. © Therme Loipersdorf

Mit einfachen Worten: Alles wird leichter. Oder: Neu erden kann man sich durchaus auch im Wasser. In steirischem Thermalwasser jedenfalls. Womit wir bei der Folge und damit aktuellen Studie wären. Sie datiert aus 2013 und fragt danach, ob Bewegung oder passive Entspannung „mehr bringt“. Und: Für wen gilt was? Sie bemerken schon, es ist nicht ganz so einfach. Doch das ist gut so. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind meistens komplex, aber sie wiegen dafür mehr als Mythen und Behauptungen.

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Pro Bewegung. Die Studie zeigte, dass Bewegung nicht nur entspannt, sondern auch den systolischen Blutdruck senkt. © Steiermark Tourismus, Leo Himsl

Worum geht es in der neuen Studie?

Dr. Fazekas: In der ersten Studie sind wir der gesundheitsfördernden Wirkung von Thermalwasser nachgegangen. Das Ergebnis: Ein Thermalbad führt zu signifikant positiven Effekten. Der Stressparameter Speichelkortisol ging in ähnlicher Weise zurück wie bei anderen Entspannungsverfahren, das subjektive Entspannungsempfinden vertiefte sich sogar deutlicher als bei anderen Methoden. Aus dieser ersten Studie ergaben sich Hinweise, dass besonders für stark gestresste Menschen eine Kombination aus Bewegung und Entspannung besonders günstig sein könnte. Daher die Fragestellung der neuen Studie, welche Effekte durch Bewegung und nachfolgende Entspannung im Thermalwasser innerhalb einer Stunde zu erzielen sind.

 

Und, was lässt sich jetzt darüber sagen?

Dr. Fazekas: Wir haben 81 Personen jeweils vier verschiedenen Interventionen zur Stressreduktion zugeteilt, die jeweils insgesamt eine Stunde dauerten: (1) Entspannung im Ruheraum und danach im Thermalwasser, (2) moderate Bewegung und danach Entspannung im Ruheraum, (3) moderate Bewegung und danach Entspannung im Thermalwasser, (4) Entspannung im Ruheraum als Kontrollgruppe. Vor und nach jeder Maßnahme wurden Speichelproben zur Bestimmung des Kortisolwertes genommen, der Blutdruck und die Pulsfrequenz gemessen. Außerdem wurde das subjektive Stresserleben erhoben ( u. a. mit dem Hamburger Burnoutinventar.) Das Ergebnis: Signifikate Entspannungseffekte bei allen vier Interventionen. Bei den beiden Varianten mit Bewegung ging zudem der systolische Blutdruck signifikant stärker zurück als bei den anderen beiden. Stark Gestresste erlebten sich nach Entspannung im Thermalwasser sowie nach Entspannung im Thermalwasser nach moderater Bewegung als weniger müde und ausgeruhter.

 

 

© Text: Echt*Zeit Magazin des Thermenland Steiermark