Aus Liebe zum Apfel haben steirische Hersteller eine neue Epoche des Mosts eingeläutet.

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Dem Apfelmost wird durch höchste Qualität zu einem neuen Image verholfen. © Caldera

Lange Zeit galt der Most als Getränk der einfachen Bauern und armen Leute. Auch wenn diese den Most dazumal durchaus genossen haben dürften – dieses Image wird den Mostgetränken von heute nicht mehr gerecht. Das haben Most-„Pioniere“ wie Karl Haas aus Poppendorf oder Christof Krispel aus Markt Hartmannsdorf erkannt und beschlossen, dem Most zu einer Renaissance zu verhelfen. Mit Qualitätsmostsorten, die unter dem Namen „Caldera“ vermarktet werden.

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Der „traditionelle“ Wickelrock der Caldera-Obstbauern stammt von den Kelten, die als die ersten Apfelbauern in der Steiermark gelten.  © Caldera

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Ein harmonisches Zusammenspiel von Natur und Mensch ist die Grundlage für diesen Obstwein. © Caldera

Ganz ähnlich überzeugt vom steirischen Mostpotenzial war auch Günter Brunner. Auch er wollte mit alten Vorurteilen aufräumen und jungen, fruchtigen und spritzigen Most salonfähig machen. Die Qualiätsarbeit begann und die Marke „Steirermost“ wurde initiiert. Ein Schluck Steiermark ist es geworden, der besser zu einer steirischen Jaus‘n passt als jedes Bier. Mittlerweile sind es insgesamt sieben Betriebe, die Steirermost herstellen.

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Die besten steirischen Mostproduzenten. © Primik

Verarbeitet werden nur beste, zum richtigen Reifezeitpunkt mit der Hand gepflückte Äpfel. Nach dem Pflücken werden Sie sofort verarbeitet, um das Aroma und das richtige Säure-Zucker-Verhältnis zu erhalten. Diese hochwertige Form der Mostproduktion erfordert sehr viel Wissen und Erfahrung, was bei der Auswahl der Äpfel beginnt und bei der perfekten Kellertechnik nicht endet. Wer sich unter dem Most einen Most wie früher vorstellt, wird überrascht sein. „Der Steirermost hat eine weinähnliche Farbe, eine schön eingebundene Kohlensäure, er ist leicht süßlich am Gaumen und im Abgang und er hat beachtliche 6,8 Volumprozent“, erklärt Brunner, der auch eine schöne Mostschenke in Damberg bei Ilz führt.

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Mostschenke Brunner in Damberg bei Ilz. © Melbinger

Vorbei sind auch die Zeiten, als man für Most ein kräftiges Halbliterglas oder gar einen Krug stemmen musste. Steirermost wird in einem speziellen Mostglas serviert, damit sich seine Aromen voll entfalten. Welche das sind, hängt von der Apfelsorte ab.

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Eine der am häufigsten angebauten Obstsorten in Mitteleuropa, der Jonagold. © Obsthof Haas

„Die neuen Sorten haben diese weinähnlichen Düfte, alte Sorten sind vom Geschmack her eher fester. Bei den süßen Sorten haben wir auch exotische Düfte drinnen wie Mango oder Banane“, so Brunner. Steirischer Most von heute ist jung und spritzig. Er ist ein regionstypisches, frisches und meist sortenreines Getränk, das gut zu einer Brettljause passt.

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Apfelernte in der Steiermark © Steiermark Tourismus, Harry Schiffer

Grundsätzlich werden für die steirischen Obstweine (wie der Most von heute auch genannt wird) sowohl die Früchte alter Streuobstwiesen als auch neuere Edelobstsorten verwendet. Die beliebtesten Sorten sind Braeburn, Bohnapfel, Jonagold, Kronprinz Rudolf und Maschansker.

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Der Steirermost. Ein Schluck Steiermark! © Primik

Steirischer Most schmeckt auf 8 Grad Celsius gekühlt am besten. Man trinkt ihn pur oder gespritzt und schätzt ihn als idealen Speisenbegleiter. Trockene Sorten – die Angabe steht auf dem Etikett direkt unter der Sorte – passen zur Hauptspeise und zur deftigen Jause, halbtrockene zu leichten und milden Speisen, Vorspeisen, Geflügel, Frischkäse und Salaten. Liebliche Sorten munden als Aperitif, zu Käse und zu süßen Speisen.

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Die etwas andere Mostschenke in Ilz. © Melbinger

Gefragt nach dem persönlichen Gustotipp sagt Günter Brunner: „Ein Stück eines würzigen Rotschimmelkäses im Mund zergehen lassen und einen Schluck Maschansker – der Gipfel der Genüsse!“

 

 

© Text: Echt*Zeit Magazin des Thermenland Steiermark